Im Ratssaal der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden wurden die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Das große Interesse und der voll besetzte Saal machten deutlich, wie sehr das Thema Wärmeversorgung viele Bürgerinnen und Bürger bewegt. Die Veranstaltung bot nicht nur einen Überblick über die bisherigen Arbeitsergebnisse, sondern auch Raum für Information, Einordnung und persönlichen Austausch.
In den vergangenen Monaten hat die Verbandsgemeinde gemeinsam mit fachlicher Unterstützung intensiv daran gearbeitet, eine klimafreundliche, wirtschaftlich tragfähige und sozial gerechte Wärmeversorgung für die Zukunft zu entwickeln. Grundlage dafür war eine umfassende Analyse des heutigen Energieverbrauchs, der bestehenden Heizsysteme sowie der regionalen Potenziale. Deutlich wurde, dass derzeit noch ein großer Teil des Wärmebedarfs durch fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl gedeckt wird, gleichzeitig aber erhebliche Einsparpotenziale durch effizientere Heiztechnik und energetische Sanierungen bestehen.
Die vorgestellten Ergebnisse zeigen klar, dass es keine Einheitslösung für alle Orte und Gebäude geben kann. Vielmehr braucht es passgenaue Konzepte, die den unterschiedlichen Strukturen in der Verbandsgemeinde Rechnung tragen. Neben individuellen Lösungen für einzelne Gebäude wurden daher auch gemeinschaftliche Ansätze betrachtet. Vorgestellt wurden konkrete Prüfgebiete für mögliche Wärmenetze und Mikronetze, unter anderem im Stadtkern von Kirchheimbolanden, in Bolanden rund um die Werner-von-Bolanden-Halle, in Ilbesheim, am Weierhof sowie in Kriegsfeld. In diesen Bereichen wird nun in weiteren Schritten untersucht, ob solche Netze technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht sind.
Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation lag auf den rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei wurde erläutert, dass die kommunale Wärmeplanung keine unmittelbare Verpflichtung zum Austausch bestehender Heizungen auslöst. Ziel ist vielmehr, frühzeitig Orientierung zu geben, Entwicklungen aufzuzeigen und verlässliche Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Auch Fördermöglichkeiten, Sanierungsoptionen und digitale Beratungsangebote wurden vorgestellt, um Bürgerinnen und Bürger bei individuellen Entscheidungen zu unterstützen.
Verbandsbürgermeisterin Sabine Wienpahl unterstrich die Bedeutung des Prozesses für die gesamte Verbandsgemeinde:
„Die kommunale Wärmeplanung soll Sicherheit geben und Perspektiven eröffnen. Niemand soll überfordert werden. Uns geht es darum, transparent aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie wir Schritt für Schritt gemeinsam eine zukunftsfähige Wärmeversorgung aufbauen können. Der große Zuspruch heute zeigt, wie wichtig den Menschen dieses Thema ist.“
Der Informationsabend war ausdrücklich kein Abschluss, sondern der Startschuss für die nächsten Schritte der kommunalen Energiewende vor Ort. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern soll dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Im Anschluss an die Präsentation nutzten viele Gäste die Gelegenheit, an Thementischen vertiefende Fragen zu stellen und sich individuell beraten zu lassen.
Die Bürgermeisterin bedankte sich insbesondere bei Bauabteilungsleiterin der VG, Christine Krämer, die den Prozess für die Verbandsgemeinde intensiv begleitet hat und auch künftig weiter begleiten wird. Auch bei EWR Climate Connection für die fachliche Prozessbegleitung und die verständliche Aufbereitung der komplexen Inhalte. Stellvertretend wurden Merle Stanzel, Dr. Paul Stampfl und Björn Bein genannt, die für zahlreiche Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung standen und den offenen Austausch aktiv unterstützt haben.
Text und Bild: Pressestelle VG Kirchheimbolanden